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„Der Boden macht den Wein!“

Winzer Hannes Sabathi erzeugt exzellente Sauvignon Blancs in einer der schönsten Kulturlandschaften Europas. Wir trafen ihn zum Interview am Kranachberg.

Südsteiermark am Aschermittwoch.

Wir sind mit unserem Glasdesigner Kurt Josef Zalto auf dem Weg zu Winzer Hannes Sabathi. Die Luft ist kalt und feucht, ein kleines Schild weist uns den Weg hinauf zum Weingut. Die enge Straße führt über zahlreiche Serpentinen durch eine surreale, nebelverhangene Landschaft. Hinter dem düsteren Waldstück liegt rechts ein verlassenes Haus mit einem kahlen Baum davor, karg und unheimlich. Doch oben auf der Anhöhe verschlägt es uns die Sprache. Der Blick über die Berge, Schicht um Schicht in Nebel gehüllt, ist atemberaubend.

Steiermark 2 Männer trinken Wein

Am Ziel unserer Reise werden wir von Hannes Sabathi und seiner jungen Kollegin Alex herzlich in Empfang genommen. Gemeinsam klettern wir eine Anhöhe hoch. Hannes erklärt uns den besonderen Boden seines Kranachberges. Von dort oben aus, sieht man sein hübsches Haus. Dahinter offenbart sich die ganze Schönheit der südsteirischen Landschaft. Zeit für die ersten Fragen.

Hannes, Du hast drei ältere Schwestern. Als Nesthäkchen hast Du schließlich entschieden, den landwirtschaftlichen Betrieb Deiner Eltern zu übernehmen. Wie kam es dazu?

„Ich hatte keine Wahl. Ich war der Nachzügler und meine Schwestern haben sich anderweitig orientiert. Deshalb bin ich zur Weinbauschule gegangen und habe meinen ersten Wein mit 15 Jahren gemacht. Mit 18 bin ich dann offiziell mit in den Betrieb eingestiegen. Mit 25 habe ich das Weingut schließlich komplett übernommen.“

Du hast in dem landwirtschaftlichen Mischbetrieb Deiner Eltern den Wein zur Hauptsache erklärt. Warum?

„Weil es das einzige Thema in der Landwirtschaft war, dass mich wirklich interessiert hat. Das Lagenpotenzial war von Beginn an gigantisch – ich hatte einfach Lust, das Beste aus den Böden herauszuholen. Abgesehen davon, war das Thema Wein mit 18 natürlich cooler als die anderen landwirtschaftlichen Bereiche!“ (lacht)

»Geiler Boden, geiler Wein« ist ein häufig gelesenes Zitat von Dir. Was genau meinst Du damit?

„Der Boden macht den Wein! Die Herkünfte unserer Weine haben mich seit jeher geprägt. Für mich ist Wein nichts anderes als der flüssige Aggregatszustand des Bodens, auf dem er wächst. Die Reinheit des Bodens einzufangen, den Charakter, der aus ihm spricht, zu portraitieren – das ist mein Verständnis von Erdverbundenheit. Diesen Weg geht mittlerweile auch die ganze Region mit. Wir sind hier gesegnet von ganz unterschiedlichen, vielfältigen und charaktervollen Böden. Diese Vielfalt wollen wir mit unseren Weinen transportieren.“

2 Männer trinken Wein in der Steiermark

In Deutschland ist Herkunft ähnlich wie in Österreich auch ein qualitätsdefinierender Faktor für Weine. Welche sind Deine besten Lagen und was zeichnet sie aus?

„Die Steillage Kranachberg liegt mit 400-520 Metern recht hoch und ist geprägt von Schotter und Quarzsanden. Sie bringt vegetabile, würzig-elegante Weine mit einer sehr hohen Wiedererkennung hervor. Im Ried Jägerberg herrscht grauer Kalkmergel vor. Der mächtige, schwere Boden eignet sich super für den Anbau von Burgunderrebsorten. Die Weine sind so dicht, tiefgründig und fest, wie sich der Boden in der Hand anfühlt. Der Ried Kehlberg hingegen besteht fast ausschließlich aus sehr hartem Dolomit. Kühle, sehr fokussierte Weine sind das Ergebnis. Wahre Urgesteine! 



Die Weine der Einzellagen könnten nicht unterschiedlicher sein und genau das macht es für mich so spannend!“

Wir bekommen Lust darauf, Hannes’ Weine zu verkosten. Er nimmt uns mit in seinen Weinkeller mit den großen Eichenholzfässern. Zeit für eine Fassprobe und ein paar Fragen zum Wein und den passenden Gläsern.

Beschreibe uns bitte Deine Weinphilosophie? Worauf legst Du im Keller und im Weinberg ein besonderes Augenmerk?

„Ich bin ein Fan der alten Weinwelt. Das traditionelle europäische Winzerhandwerk mit Fokus auf den Weinberg und den Weingärten. Im Keller arbeite ich minimalinvasiv. Kontrolliertes Nichtstun. Ich arbeite sehr gerne mit Holzfässern. Die Weine vergären spontan. Nur die Basisweine baue ich in Stahltanks aus.

Unsere Flächen sind vorwiegend mit Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay und Welschriesling bepflanzt. Diese Rebsorten gedeihen auf unseren Böden am besten.

Es ist unser Ziel, Weine mit einer betonten Herkunftsprägung zu vinifizieren. Das neue Herkunftssystem der Steiermark mit Gebietsweinen, Ortsweinen und Riedenweinen trägt diesen Besonderheiten Rechnung.“

Damit diese präzise Herkunftsprägung auch deutlich erlebbar wird, braucht es das richtige Glas. Welchen Stellenwert nehmen Gläser bei Dir in diesem Zusammenhang ein?

„Als Österreicher sind wir sehr verwöhnt. Wir haben eine große Glaskultur. Sogar in den einfachen, bei uns so beliebten Buschenschänken gibt es gute Gläser. Deshalb ist das richtige Weinglas für mich seit jeher sehr wichtig. Entscheidend ist immer, wieviel der Wein im Glas zeigen kann.

In den vergangen 20-30 Jahren hat sich auf dem Markt viel bewegt – die Glasqualität hat enorm zugenommen. Jeder, der den gleichen Wein schon einmal aus verschiedenen Gläsern verkostet hat, weiß: Es können Welten zwischen den Geschmackserlebnissen liegen!“

Wie bist Du mit unseren Gläsern in Berührung gekommen?

„Matthias Breitsameter war Sommelier im renommierten Forsthofgut. Wir verstehen uns sehr gut und er hat mir die Gläser gezeigt. Wir haben Wein aus Gabriel, Zaltoglas, Riedel und Josephinenhütte Gläsern verkostet. Und die Josephine hat mich total überrascht – das Glas hat die Weine so präsentiert, wie ich mir das vorstelle. Die neue Formsprache und das Geschmackserlebnis haben mich überzeugt.“

Du erzeugst ausschließlich Weißweine. Aus welchem unserer Gläser servierst Du Deine Weißweine am liebsten und wo setzt Du sie ein?

„Wir setzen die Josephinenhütte Gläser mittlerweile in der Vinothek im Weinverkauf und bei Weinpräsentationen ein. Ich bin generell ein Fan von größeren Gläsern, in denen sich Weine gut entfalten können. Ich nutze das Weißweinglas ausschließlich für meine jungen, im Stahltank ausgebauten Südsteiermark DAC Gebietsweine. Meine im großen Holzfass ausgebauten Orts und Lagenweine und die gereifteren Gebietsweine serviere ich nur noch im Rotweinglas.“

Hügelige Landschaft mit blauem Himmel

Ein Blick vor die Tür verrät, dass die Sonne herausblinzelt. Tolles Licht. Die heute morgen noch so karg anmutende Landschaft wird lieblicher und offenbart ihre unwiderstehlichen Reize. Wir machen Fotos mit Hannes und Kurt Josef Zalto, dem Schöpfer unserer Gläser. Beide sind ins Gespräch vertieft. Es geht um Hannes’ Leidenschaft: Sauvignon Blanc!

In Deiner Kollektion finde ich sehr viele Sauvignon Blancs. Du hast offensichtlich ein Faible für die Rebsorte. Wie schneiden die steierischen Sauvignon Blancs gegen die großen Sauvignon Blanc Regionen der Welt, wie Sancerre im Loire Tal oder Marlborough auf der Südinsel Neuseelands, ab?

„Unsere Rieden profitieren vom feuchtwarmen, kontinental geprägten Klima der Südsteiermark und sind damit wie gemacht für Sauvignon Blanc. Während meiner Anfänge vor rund 20 Jahren, habe ich mir natürlich die berühmten Sauvignon Blanc Produzenten Frankreichs angeschaut und mich inspirieren lassen. Ich wage die kühne These, dass sich Jungwinzer in 20 Jahren in Richtung Südsteiermark orientieren, wenn es um Sauvignon Blanc geht. Denn spätestens dann kommt keiner mehr an unseren Sauvignon Blancs vorbei. Wir entwickeln uns als Region zum Sauvignon Spezialisten der alten Welt. Die Weine sind frisch, elegant, nicht zu fett, aber schon sortentypisch mit einer tollen Frucht. Die warmen Tage und kalten Nächte sorgen für ein solides Säurerückgrat, was den Weinen ein hohes Lagerpotenzial verleiht. Der für mich bisher legendärste Sauvignon Blanc aus unserer Region war aus dem Jahr 1949. Ein Wahnsinn. So frisch...!“

Genug gefachsimpelt. Hannes’ Frau Karin ruft uns zum Essen. Vor der Eingangstür stehen zwei Paar Gummistiefel – kleine und große. Das von außen eher traditionell anmutende Haus ist modern, aber gemütlich eingerichtet. Designerstücke treffen auf alte Gemälde, unverputzte Mauern auf Edelstahlküche. Der Tisch ist wunderbar eingedeckt.

Es ist Aschermittwoch und zur Vorspeise gibt es traditionell Heringssalat. Karin hat auf Hannes’ Wunsch sein Lieblingsgericht gekocht: "Obauer-Nudeln" mit Zucchini und steirischem Kürbiskernöl – natürlich aus eigener Produktion. Köstlich! Wir sind gerührt von so viel Gastfreundschaft und fühlen uns ein bisschen heimisch. Den Espresso gibt es draußen in der Sonne. Wir haben uns endgültig verliebt. In die Landschaft, die Menschen und den unglaublich guten südsteirischen Wein. Zeit für ein Abschlussstatement...

Zwei Männer genießen Wein

Was macht die Südsteiermark für Dich insgesamt so besonders? Warum sollten mehr Menschen hier Urlaub machen?

„Die Region ist von Natur aus mit einer sehr reizvollen Landschaft gesegnet. Sanfte Hügel. Sattes Grün. Sicherlich eine der schönsten Kulturlandschaften Europas. Viele Hotels, Restaurants und Weingüter liegen direkt in den Weinbergen und bieten malerische Ausblicke. Überall locken die Gastgeber mit tollem Essen und den steierischen Spitzenweinen. Von Buschenschank bis zum 3 Hauben Restaurant. Alles auf einem sehr hohen Niveau. Die Wirtschaft ist geprägt von kleinen gastronomischen, handwerklichen und touristischen Familienbetrieben. Dementsprechend offen, herzlich und unglaublich gastfreundschaftlich sind die Menschen hier. Die Südsteiermark ist immer eine Reise wert!“

So sehen wir das auch. Wir sehen uns wieder, lieber Hannes!

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